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Radtour im Frühjahr 2011 über Main, -Saale u. Ilmradweg
Mainradweg
828 km u. 6.500 Höhenmeter in 12 Tagen: Mainradweg von Mainz nach Bayreuth, über Saale und Ilm nach Thüringen  
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Nach dem Start in Wipfeld ging es mit starkem Gegenwind in Richtung Schweinfurt. Die Kühltürme des Kernkraftwerkes sind schon viele Kilometer vorher zu sehen. Schweinfurts Innenstadt hat uns dann positiv überrascht, eigentlich hatten wir eine hässlichere Stadt erwartet. Neben der B 26 führt der Mainradweg nach Haßfurt, zum Glück existierte ein Bahndamm zwischen Radweg und Bundesstraße. Bei Kilometer 42 trafen wir zur Mittagspause in Haßfurt den Reiseradler aus dem Rheinland wieder ;-)  Die Pfarrkirche St. Kilian mit 2 Riemenschneider-Figuren oder die Ritterkapelle sind absolut sehenswert. Zurück auf dem Radweg wirkt der Main häufig schon wesentlich schmaler. Kurz vor Zeil am Main bog der Mainradweg endlich von der Bundesstraße ab, auf Landstraßen ging es an Baggerseen vorbei in Richtung Eltmann. In Limbach wurde gerade ein großes Hotelschiff geschleust, welches flussabwärts fuhr. Hinter Eltmann war leider wieder die B26 unser Begleiter :-(  Diese und die nahe A 70 machen diesen Abschnitt sicher nicht zu den reizvollsten des Mainradweges! Am späten Nachmittag kamen wir in Bamberg an. Unser Garni-Hotel “Am Blumenhaus” ist ein Geheimtipp: angenehme helle Einrichtung, super Frühstück und auch noch preiswert! Den Rest des Tages haben wir zum Bummel durch Bamberg genutzt, für uns die schönste Stadt am Main. Ob die Altstadt mit ihren vielen Gassen, den Häuser auf oder am Wasser, der beeindruckende Dom auf dem Domberg oder die anderen Kirchen - gefallen hat uns alles.
Mainradweg bei Wipfeld
Schweinfurt, Heilig.-Geist-Kirche
Schweinfurt, Marktplatz
Mainradweg vor Haßfurt
Haßfurt, Kirche St. Kilian
Haßfurt, Ritterkapelle
Schleuse bei Limbach
Schleuse bei Limbach
Bamberg, Altstadt
Bamberg, Altstadt
Bamberg, Dom
Bamberg, altes Rathaus
Bamberg, Klein Venedig
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Tag 6: Wipfeld - Bamberg, 81 km
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Nach reichhaltigem Frühstück im Garni-Hotel sind wir vor dem eigentlichen Start noch zum Dom gefahren, um die Besichtigung nachzuholen, da gestern leider schon geschlossen war. Wie erhofft, war der Dom ein sehr beeindruckendes sakrales Bauwerk. Beim Durchqueren von Bamberg haben wir uns trotz GPS das erste mal seit Jahren richtig verfahren :-(  Nach der Kettenbrücke folgten mehrere Abbiegungen und irgendwie sind wir von der Coburger Straße rechts abgebogen und landeten nach 7 km am Schloss Seehof - nur das Stand nicht auf der Karte!? Naja, mit Hilfe von Google Maps und Garmin-GPS waren wir nach weiteren 8 km bei Breitengüssbach wieder auf Kurs. Ab hier führte uns der Mainradweg auf kleinen Nebenstraßen an vielen Seen vorbei, häufiger auch mal abseits vom Main, nach Norden. Kurz vor Rattelsdorf dann der erste Regenschauer unserer Tour nach 450 km! Leider wollte dieser auch nach der Mittagspause im Ort nicht mehr aufhören - also weiter in Regensachen ;-) In Bad Staffelstein hatte der Regen längst wieder aufgehört und wir standen vor der schwierigen Entscheidung, Kloster Banz oder die Wallfahrtsbasilika  Vierzehnheiligen zu besichtigen. Beide konnten wir schon weit vor Bad Staffelstein sehen, denn sie liegen hoch über dem Maintal. Wir haben uns für die barocke Basilika Vierzehnheiligen entschieden. Leider hat uns das Navi den kürzesten Weg hinauf gelotst. Die letzten 50 Höhenmeter mussten wir die Räder teilweise zu zweit schieben! Die Kirche selbst ist Geschmackssache, prunkvoller Barock aber auch überladen, fast kitschig. Wieder begann es heftig zu regnen, das hieß nach dem Kaffeetrinken Weiterfahrt in Regenkleidung. Diese konnten wir auf dem Weg nach Burgkunstadt ausgiebig testen, zwischenzeitlich schüttete es wie aus Kübeln.  Leider waren die Jeantex-Regenjacken meiner Frau und meiner Tochter nicht dicht - so viel zum Thema Markenbekleidung :-( Sehenswert unterwegs wäre sicher Lichtenfels gewesen, aufgrund des Regens sind wir leider nur durch gefahren. Ziemlich nass kamen wir am Abend am Hotel “Drei Kronen” in Burgkunstadt an: netter Empfang, gutes Essen und noch preiswert.
Bamberg, Dom
Schloss Seehof
Mainradweg vor Bad Staffelstein
Wallfahrtsbasilika Vierzehnheiligen
Wallfahrtsbasilika Vierzehnheiligen
“Aufstieg” nach Vierzehnheiligen
Lichtenfels
Tag 7: Bamberg - Burgkunstadt, 81 km
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Bei kühlen 14,5°C und leichtem Wind starteten wir in Richtung Kulmbach. Die 20 km bis dorthin führte uns der Radweg meist abseits des Mains. Kurz vor Kulmbach fließen Roter und Weißer Main zum Main zusammen. Merkwürdigerweise ist der Mainradweg offiziell nicht über Kulmbach ausgeschildert, obwohl doch sicher die meisten Radtouristen die Stadt besuchen. Die Stadt der Biere ist nett anzuschauen, hoch oben thront die Plassenburg. Den Radfahrer aus dem Rheinland trafen wir übrigens auch hier wieder :-)  Nach kurzer Stadtbesichtigung fuhren wir weiter, um über Forstlahm in Gössmannsreuth wieder auf den Mainradweg am Roten Main zu stoßen. Nachteil dieser Route: steil und etliche Höhenmeter! Bis Bayreuth führt die Strecke häufiger auf Nebenstraßen, landschaftlich wird es wieder schöner als vor Kulmbach, dafür geht es nun stetig bergauf und bergab. Schon kurz nach 16 Uhr erreichten wir Bayreuth. Bei der Suche nach unserer Unterkunft - Kettenriss bei meinem Rad :-(  Meine Tochter Sophie hat mich dann bis zum Gasthof angeschoben, dort konnte ich die Kette in aller Ruhe reparieren. Am Nachmittag haben wir die Stadt besichtigt. Da wir etwas Ähnliches wie Bamberg erwartet hatten, waren wir ein wenig enttäuscht. Sehenswert sind auf jeden Fall das Schloss Fantaisie mit dem sehr schönen Schlosspark, das Neue und das Alte Schloss und das Opernhaus. Auch die Innenstadt ist ganz nett, mehr aber auch nicht. Die Unterkunft (Gasthof Herzog) war ok, das Frühstück leider nicht: Kaffee war keiner mehr da, zu wenig Brötchen und die Inhaberin würdigt die Gäste keines Blickes.
Kulmbach, Marktplatz
Kulmbach, Plasseburg
Radwegweiser bei Altdrossenfeld
Bayreuth, Opernhaus
Bayreuth, Neues Schloss
Bayreuth, Innenstadt
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Tag 8: Burgkunstadt - Bayreuth, 55 km
In Bayreuth wollten wir den Mainradweg verlassen um zum Saaleradweg zu radeln, der uns in unsere Thüringer Heimat bringen sollte. Gleich hinter Bayreuth warteten Ausläufer des Fichtelgebirges auf uns und es ging stetig bergauf, auch knackige Anstiege waren dabei. Nach dem wir 10 km auf einem ehemaligen Bahndamm mit stetiger Steigung geradelt waren, erreichten wir mittags den Gasthof Glasermühle auf 600 ü.NN. Während der Mittagspause bekamen von einem ortskundigen Radfahrer den Tipp, über Bischoffsgrün zu fahren, das wäre kürzer und nicht so anstrengend. Leider wurden wir dann eines besseren belehrt: Bis in Bischoffsgrün waren wir dann schon auf fast 700 m, danach ging es weiter kräftigst bergauf bis auf 800 m (!) bei Kilometer 34. Auf teilweise frisch gesplitteten Forstwegen strampelten wir die Berge hoch. In Weißenstadt konnten wir uns am gleichnamigen See beim Kaffee erholen. Hinter Weißenstadt radelten wir dann für mindestens 5 km wieder auf einer ehemaligen Bahntrasse, die in ca. 600 m Höhe oft herrliche Ausblicke in die Landschaft bot. Nach einigen kleineren Anstiegen ging es dann bei Kilometer 54 von 660 m hinunter nach Schwarzenbach (510 ü.NN) Die Unterkunft dort war der Tiefpunkt der Tour: eine türkische Familie vermietete heruntergekommene Zimmer in einer ehemaligen Pension. Zum Frühstück gab es Fladenbrot mit Kräuterbutter, Marmelade und Wurst. Wir sind satt geworden und um eine Erfahrung reicher ;-)
Blick auf Bayreuth
Bayreuth, Roter Main
beim Flugplatz Bayreuth
Nemmersdorf
Bischofsgrün, im Hintergrund der Schneeberg
alte Bahntrasse bei Weißenstadt
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Tag 9: Bayreuth - Schwarzenbach, 61 km
Bevor es los ging, sind wir als erstes zur Post und haben alle überflüssigen Sachen per Paket nach Hause geschickt. Diese 5,8 kg wollten wir auf den folgenden 2 Tagesetappen nicht mit schleppen, da an beiden Tagen je 1.300 - 1400 Höhenmeter vor uns lagen. Endlich an der Saale machten wir uns direkt am Fluss auf in Richtung Norden. Nach 13 km durch eine sehr schöne und beeindruckende Landschaft erreichten wir Hof. Das Teddymuseum, welches laut unserem Bikeline-Führer von 2004 hier zu finden sein sollte, gab es leider nicht mehr :-(, also kurz durch die Innenstadt geschlendert und danach am Fernwehpark angehalten. Hier stehen hunderte Ortsschilder aus der ganzen Welt, auch viele Stars haben sich hier verewigt. Hinter Hof ging es dann allmählich los mit der Kraxelei auf dem Saaleradweg. Schon vor der Überquerung der A 72 warteten die ersten kleineren Steigungen auf uns. Auf der Landstraße von Joditz nach Lamitz mussten die ersten knapp 100 Höhenmeter am Stück überwunden werden. Immer wieder führte der Radweg hinunter in das wirklich idyllische Tal der Saale. In Hirschberg passiert der Saaleradweg die ehemalige innerdeutsche Grenze - schon ein merkwürdiges Gefühl, heute hier entlang zu radeln. Wieder ging es steil bergauf und nach Rudolphstein ebenso steil hinunter. Auf einer Holzbrücke überquert man die Saale und kurz darauf warten die nächsten 100 Höhenmeter auf den Radler ;-) Der höchste Punkt (544 m) ist die L 1093, danach geht es wieder rasant hinunter zur Saalebrückbe bei Blankenstein. Hier wartete mit 15 - 18 % die härteste Steigung der Tour auf uns. Ach danach folgte ein auf und ab auf Landstraßen, schließlich rollten wir hinunter zur Bleilochtalsperre (flächenmäßige die größte Deutschlands), die wir auf einer Brücke nach Saaldorf überquerten. Und natürlich folgte gleich der nächste Anstieg - 130 Höhenmeter - diesmal aber auf einem angenehm zu fahrenden Forstweg. Nach einem letzten Bergaufstück auf 500 m erreichten wir ziemlich abgekämpft gegen 18:30 Uhr endlich Saalburg. Das Hotel Seeblick lag auch direkt am Stausee, wir hatten dieses mal gleich 2 sehr schöne Zimmer für gerade mal 75 €!
Schwarzenbach
Saaleradweg bei Oberkotzau
Hof, Innenstadt
Hof, Kirche St. Marien
Hof, Fernwehpark
Saaleradweg bei Saalenstein
Saale bei Lamitz
ehem. Grenze in Hirschberg
Saaleradweg vor Rudolphstein
Saalebrücke in Rudolphstein
Anstieg vor Harra
Bleilochtalsperre bei Saaldorf
Saaleradweg hinter Saaldorf
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Tag 10: Schwarzenbach - Saalburg, 65 km
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Tag 11: Saalburg - Obernitz, 64 km
Tag 12: Obernitz - Bad Berka, 53 km
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Der vorletzte Tag sollte es noch einmal so richtig in sich haben. Wir sind also mal richtig früh auf aufgestanden und 9 Uhr saßen wir bereits auf den Rädern. Das erste Stück führte uns direkt an der Bleilochtalsperre entlang, dann ging es auf einer alten Bahntrasse bergauf und in einem großen Bogen zum Schloß Burgk. Knapp 2 km hinter Groschwitz wählten wir eine Abkürzung durch den Wald, das letzte Stück bergab bis zur Saale war etwas ruppiger, sonst aber fahrbar. Die nächsten 7 km bis Ziegenrück radelt man direkt am Fluss in einem wunderbaren Tal. In Ziegenrück beginnt die Hohenwartetalsperre, die Besichtigung des Wasserkraftmuseums lohnt sich, auch essen kann man hier gut. Danach geht es wieder ein kurzes Stück zurück zur Saalebrücke, dann für 3,5 km nur bergauf (200 Höhenmeter) bis nach Liebschütz.
Glücklich aber erschöpft kamen wir kurz vor 7 im Landgasthof Bohlenblick an. Auch unsere letzte Unterkunft am Saaleradweg können wir bedenkenlos weiter empfehlen: sehr nettes Personal, schöne Zimmer und preiswert.
Bleilochtalsperre bei Saalburg
Wieder runter bis auf 350 m und gleich wieder hoch auf 540 m nach Reitzgenschwenda. Über den Galgenberg rollt man dann hinunter zur Talsperre und verliert dabei über 200 Höhenmeter. Ab der Spitzkehre bei der Lothramühle führt der Saaleradweg endlich einmal für eine längere Strecke am Ufer der Hohenwartetalsperre entlang, denn bisher haben wir häufig nicht viel von beiden Talsperren gesehen. Nach 48 km kamen wir an der ersten Staumauer an. Nach der Kaffeepause überquerten wir bei Kilometer 53  auf der 2. Staumauer die Saale in Richtung Eichicht. Auf den letzten 10 km bis Obernitz auf Wirtschafts- und Forstwegen hieß es dann, noch mal die Kraftreserven mobilisieren: zwei kräftige Anstiege waren zu bewältigen.
Bleilochtalsperre bei Kloster
Bleilochtalsperre bei Gräfenwarth
Schloss Burgk
Saale bei Eßbach
Saaleradweg vor Ziegenrück
Ziegenrück, Wasserkraftmuseuum
Anstieg vor Liebschütz
Hohenwartetalsperre bei Steinsdorf
Hohenwartetalsperre, Staumauer
Saaleradweg vor Eichicht
Anstieg hinter Reschwitz
Hohenwartetalsperre bei Steinsdorf
Der letzte Tag war uns schon ab Saalfeld sehr vertraut. Bis Rudolstadt folgten wir dem Saaleradweg überwiegend abseits von Straßen. Das Profil ist wesentlich weniger bergig, meist radelt man auf Saaleniveau durch eine wunderschöne Landschaft. Bei der Annährung auf Rudolstadt ist die Heidecksburg hoch über der Stadt schon weithin sichtbar. Der Ort selbst macht einen sehr verschlafenen Eindruck, auf dem schmucken Marktplatz ist kaum etwas los. Um ins Ilmtal zu gelangen, verlassen wir hier den Saaleradweg und radeln auf dem Mühlenradweg über Teichröda durch ein herrliches Nebental der Saale über Remda nach Dienstädt an der Ilm. Der Weg ist größtenteils hügelig, hat aber auch lange und steile Anstiege parat. Bis Breitenheerda sind auf 16 km über 200 Höhenmeter zu bewältigen. Auf dem Ilmradweg ab Dienstedt kennen wir fast jeden Stein und auf den letzten 17 km durch das schöne Ilmtal rollen unsere Räder fast von allein. Fazit: Eine geniale Radtour, auf der wirklich von allem etwas dabei war: das herrliche Maintal ohne größere Steigungen mit seinen vielen hübschen Städten, die Herausforderungen der Ausläufer des Fichtelgebirges, die Saaletalsperren mit den vielen Anstiegen und natürlich Landschaft ohne Ende!
Felsen bei Obernitz
Saale bei Saalfeld
vor Rudolstadt, Heidecksburg
Rudolstadt, Marktplatz
Mühlenradweg vor Eschdorf
Pause mit Blick auf Remda
Ilmradweg vor Bad Berka
zu Hause :-)