1606 km in 22 Tagen: Radtour im Sommer 2009 an der Oder-Neiße, auf der Sächs. Städte- route, dem Elbe-, Saale- u. Ilmrad- weg
Startpunkt unserer Tour im Sommer 2009 sollte Anklam an der Ostseeküste sein. Die Fahrt dorthin mit der Deutschen Bahn war bereits das erste Abenteuer. Für längere Strecken mit dem IC der Bahn empfiehlt es sich, die Platzkarten für die Fahrräder frühzeitig zu kaufen. Wir waren etwas spät dran und hatten so nur Platzkarten für 2 Räder, eins musste ohne Reservierung mit.  Auf dem Bahnsteig in Weimar warteten bereits 4 Reiseradler auf den Intercity. Das Einsteigen von 7 Radlern mit Gepäck innerhalb von 2 Minuten war wirklich ein Erlebnis. Erstmal alle(s) rein und dann ging in dem engen Radabteil das Sortieren los. Zum Glück war die Zugbegleiterin eine von der netten Sorte, auch die fehlende Reservierung für das eine Bike war für sie kein Problem. Und beim Aussteigen in Anklam verhalf sie uns zu genügend Zeit, um in Ruhe auszusteigen. Dann ging es endlich los in Richtung Wolgast. Die Strecke führte über ruhige Landstraßen über Zehmitz und Hohendorf bis zur B 111. Diese verließen wir nach 1,2 km wieder, denn wir standen im Stau! Also links abgebogen und mit einem kleinen Umweg ins Zentrum von Wolgast geradelt. Nach einer kurzen Kaffeepause am Marktplatz führte unsere Route zur Brücke über den Peenestrom, der die Insel Usedom vom Festland trennt. Danach folgten wir dem Usedomrundweg bis Zecherin, stießen ab Mölschow auf den Ostseeküsten-Radweg und erreichten über Trassenheide den Ostseestrand bei Zinnowitz. Erst der zweite Anlauf, auf einem Campingplatz unter zu kommen, gelang. Die Zeltplätze an der Ostsee sind zwar meist riesig, aber trotzdem extrem voll. Mit dem Campingplatz Pommernland waren wir trotzdem zufrieden: schöne Plätze unter den typischen Kiefern, prima Sanitäranlagen, wenn auch nicht ganz billig.
Von Zinnowitz ging es dann am 2. Tag auf dem Ostseeküsten-Radweg an der Küste entlang in Richtung Osten. Der viele Verkehr auf dem Radweg war schon ein bisschen nervig, selten konnte man nebeneinander fahren. Überhaupt sind in der Hauptsaison für unseren Geschmack einfach zu viele Menschen an der Ostseeküste unterwegs. Die Zeltplätze sind riesig, durch den Platz bei Ückeritz fährt man 4 km! Der Radweg hält auch einige Überraschungen bereit: kurze aber knackige Steigungen, wie die bis zu 16% bei Stubbenfelde. Auch Abschnitte durch den Kiefernwald, die auch als Singletrail taugen würden, sind dabei. In Bansin, einem der drei schicken Seebäder Usedoms, aßen wir in einem der unzähligen Gaststätten an der Strandpromenade zu Mittag. Bansin verströmt typisches Ostseebadflair - typische Bauten aus den 20er Jahren, eine wunderschöne Promenade und natürlich das Meer! In Bansin bogen wir in südliche Richtung ab, inmitten von Seen führte die Strecke auf ruhigen Landstraßen über Dargen, wo wir auf den Oder-Neiße-Radweg stießen, und Kachlin zum Ort Usedom. Dabei durchfuhren wir den Nationalpark Usedom mit seiner wundervollen Moränenlandschaft. Hinter Usedom sind wir nach Süden in Richtung Karnin abgebogen. Dort existiert eine Fähre über den Peenestrom, welche auf Anruf kommt - einfach die Telefonnummer am Steg anrufen und nach 15 Minuten ist das Wassertaxi da. Vom Fähranleger aus kann man die Reste einer im 2. Weltkrieg zerstörten Hubbrücke bewundern. Ca. 2,5 km hinter Kamp sind wir nach links auf den Mecklenburgischen Seenradweg abgebogen. Die Fahrt durch die wunderschöne Anklamer Heide und das atemberaubende Stettiner Haff war einmalig! Von den Aussichtstürmen am Haff konnten die Natur beobachten - noch nie hatten wir so viele Wasservögel auf einmal gesehen. Unser Campingplatz für diese Nacht lag direkt am Oderhaff (auch Stettiner Haff): der Campingpark Oderhaff bei Grambin. Herrliche Lage hinter dem Ostseestrand, schön ruhig und preiswert.
1606 km in 22 Tagen: Oder-Neiße, Sächsische Städteroute, Elbe, Saale und Ilm-Tour 2009, Teil 1  
Die Streckenführung der Tour:
Im Sommer 2009 wollten wir es dann wissen: unsere erste 3-wöchige Radtour mit Zeltausrüstung durch den Osten Deutschlands von Usedom an der Oder-Neiße nach Görlitz, von dort auf der Sächsischen Städteroute nach Dresden, weiter auf dem Elberadweg bis Magdeburg. Ab Madeburg wieder nach Süden auf den Saale- und Ilmradweg bis nach Bad Berka. Es wurden 1.600 unvergessliche Kilometer durch ganz unterschiedliche Landschaften - ein einfach traumhafter Radurlaub!
Nach einer verregneten Nacht strahlte am nächsten Morgen die Sonne und wir starteten auf dem Oder-Neiße-Radweg nach Osten. Nach 3 km fuhren wir bereits durch Ueckermünde, eine ruhige Kleinstadt am Haff. Von dort ging es über Bellin auf ruhigen Nebenstraßen und Radwegen nach Warsin. Hier schwenkt der Oder-Neiße-Radweg nach Südosten ab und verläuft durch eine herrliche Landschaft abseits jeglichen Verkehrs bis zum Neuwarper See. Vorm dortigen Aussichtsturm hat man einen super Ausblick auf den See und die Landschaft am Oderhaff. Ab Rieth führt die Strecke dann in südlicher Richtung über Hintersee nach Glashütte. Auch hier fährt man auf der Trasse einer ehemaligen Kleinbahn durch die typischen Kiefernwälder, das Profil wird allmählich hügeliger. Hinter Glashütte sind wir vom Radweg abgebogen und geradeaus nach Grünhof weiter gefahren, diese Streckenführung bis nach Pampow gefiel uns einfach besser. Auf Landstraßen radelten wir über Blankensee am Kutzowsee (idyllisch gelegene Jugend- begegnungsstätte) vorbei nach Löcknitz. Das Zelten auf dem Campingplatz Waldblick am Löcknitzer See war ok, die Sanitäranlagen erinnerten sehr an DDR-Ferienlager ;-)
Bei leichtem Nieselregen starteten wir in Löcknitz in Richtung Schwedt. Diese Tagesetappe würde ich zu den weniger attraktiven Abschnitten des Oder-Neiße- Radweges zählen. Zwar ist die Streckenführung auch hier abseits von Hauptstraßen gelegen, nur von Lebehn bis Krakow fährt man auf einem straßenbegleitenden Radweg an der B 113. Aber man durchquert stundenlang nur riesige Felder und es geht ständig auf und ab, was nach dem 22. Hügel schon etwas demoralisierend sein kann. Vielleicht haben wir diesen Abschnitt aber auch nur deshalb in nicht so guter Erinnerung, weil es irgendwann richtig zu regnen anfing :-(  Aber so konnten wir immerhin unsere Regenklamotten mal richtig testen. Gegen Mittag erreichten wir Penkun, eine malerische, zwischen Seen gelegene Kleinstadt. Sehenswert ist hier sicher das Schloss, aufgrund des Regens haben wir auf eine Besichtigung verzichtet. Noch weitere 17 km über Berg und Tal lagen bis zur Oder vor uns. Ca. 3,5 km vor der Oder haben wir an der idyllisch gelegenen Salvey Mühle Rast gemacht. Die Mühle kann besichtigt werden und einen schöneren Platz zum Rasten kann man sich nicht wünschen. Bei Mescherin haben wir endlich die Oder erreicht! Die Breite des Flusses hat uns wirklich beeindruckt, irgendwie hatten wir die Oder kleiner erwartet ;-)  Von hier ab hatten wir endlich auch das Gefühl, wirklich an einem Flussradweg zu fahren - der Oder-Neiße- Radweg verdient endlich seinen Namen. Über Garz und Friedrichsthal erreichten wir schließlich Schwedt. Die Stadt selbst wurde im 2. Weltkrieg fast völlig zerstört. Die ab 1960 entstandenen Neubaugebiete sind ebenfalls kein architektonisches Kleinod. Die Zeltmöglichkeit beim Verein Wassersport PCK Schwedt e. V. war dagegen ein echter Glückstreffer! Ruhig, direkt an der Oder gelegen und unschlagbar preiswert.
In Odernähe ging es am 5. Tag weiter in Richtung Süden. In Criewen lohnt ein Halt am Informationszentrum des Nationalparks “Unteres Odertal”, hier erhält man einen interessant gemachten Einblick in die Flora und Fauna der Oderaue. Bei vielen Exponaten überwiegt das  spielerische Element - perfekt für Familien mit Kindern. In Criewen erwartete uns auch die erste Umleitung am Oder-Neiße-Radweg. Die nächsten 2 km entfernten wir uns von der Oder, “kletterten” 60 Höhenmeter hinauf und quälten uns dann 4 km auf üblen Feldwegen bis kurz vor Stützkow. Am Parkplatz mit Infotafeln für den Nationalpark haben wir einen Abstecher zum 500 m entfernten Aussichtspunkt direkt über der Oder gemacht. Allein für diesen Ausblick hat der Umweg sich gelohnt!  Etwas erstaunt waren wir dann aber schon, als wir von unserem Aussichtspunkt Radfahrer über den eigentlich gesperrten Abschnitt fahren sahen. Wenige Kilometer nach Stützkow erreichten wir Stolpe, dessen Burgfried hoch über dem Ort schon von weitem sichtbar ist. Bei Lunow näherte sich der Radweg wieder der Oder und trifft in Hohensaaten auf die Oder-Havel-Wasserstraße. Tipp: Ein Abstecher zum 25 km entfernten Schiffshebewerk Niederfinow ist absolut empfehlenswert und für jeden an Technik Interessierten ein Muss. Schon die Strecke auf dem Oder-Havel-Radweg bis Niederfinow lohnt sich wegen der herrlichen Landschaft.  Durch das Schiffshebewerk werden 36 m im Verlauf des Oder- Havel-Kanals überwunden. Der wassergefüllte Trog wiegt 4.300 t! Die Anlage aus dem Jahr 1934 ist die älteste ihrer Art in Deutschland und wirklich beeindruckend!  (Wir sind an diesem Tag noch bis Kienitz geradelt und erst am nächsten Tag nach Niederfinow gefahren.) Hinter Hohensaaten wurde es dann streckenweise fast etwas langweilig. Endlose Geraden auf oder hinter dem Deich. Trotzdem zählt der Abschnitt zwischen Hohensaaten und Lebus zu den landschaftlich reizvollsten an der Oder, man befindet sich im sogenannten Oderbruch - ein Binnendelta mit riesigen überfluteten Flächen. Teilweise ist die Oder hier kilometerbreit. Das diese Region dünn besiedelt ist, muss ja kein Nachteil sein, allerdings sind Gaststätten dadurch auch sehr dünn gesät und man muss Pausen gut planen. Immerhin lagen zwischen Hohensaaten und der nächsten Einkehr 18(!) km. Das Gasthaus Zollbrücke direkt am Oder-Neiße-Radweg ist aber auf jeden Fall eine Pause wert, netter Wirt und leckerer Kuchen. Nach weiteren 12 km auf dem Deich bogen wir in Groß-Neuendorf vom Radweg nach Kienitz-Nord zu unserem Campingplatz ab. Unsere Gastgeber Familie Marth haben in ihrem großen Garten einige Stellplätze für Caravans und Zelte eingerichtet. Auch sehr schöne sanitäre Anlagen sind vorhanden. Direkt über unserem Zelt klapperten Störche in ihrem Nest ;-)  In so netter und freundlicher Atmosphäre haben wir selten gezeltet.  
Oder-Neiße, Elbe, Saale, Ilm
Start in Anklam 
zerstörte Hubbrücke bei Karnin
Anklamer Heide
Fähranleger bei Karnin
Fähre bei Karnin
Anklamer Heide
Campingpark Oderhaff bei Grambin
Skulpturen am Radweg bei Hintersee
Aussichtsturm am Neuwarper See
Oder bei Garz
Zeltplatz beim WSV PCK Schwedt
Oder südlich von Garz
Blick auf die Oder bei Stützkow
Radweg auf dem Deich im Oderbruch
... Störche im Oderbruch
der Oderbruch
Schiffshebewerk Niederfinow
Schiffshebewerk Niederfinow
Blick vom Schiffshebewerk Niederfinow
Campingplatz im “Garten” in Kienitz
Sonnenblumenfeld bei Oderberg
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Reiseberichte.com
Den unten dargestellten Track könnt ihr unter http://www.gpsies.com/map.do?fileId=thfzdkveyvvdasbp herunterladen.
Die Etappen:
Hubbrücke über den Peenestrom
Tag1: Anklam - Zinnowitz, 41 km
Tag2: Zinnowitz - Grambin, 79 km
Tag 3: Grambin - Löcknitz, 70 km
Tag 4: Löcknitz - Schwedt, 68 km
Tag 5: Schwedt - Kienitz, 82 km
Über diese Etappe gibt es nicht so viel zu berichten. Im Dorf Kienitz kann man noch einen sowjetischen T 34 Panzer bestaunen, der dort als Denkmal aufgestellt worden ist. Viele Kilometer ging es immer auf dem Deich entlang mit Blick auf die Oder. Leider hatten wir wieder einmal stetigen kräftigen Gegenwind aus Süd-West, der uns fast die gesamten 3 Wochen begleiten sollte. Bei der Planung der Tour war ich davon ausgegangen, dass die vorherrschende Windrichtung an der Oder nördlich ist, auch deshalb sind wir von Nord nach Süd gefahren. Meine Vermutung war offensichtlich falsch :-( Kurz vor Bleyen stießen wir auf die nächste - wenn auch kurze - Umleitung bis Küstrin-Kietz.  7 km weiter bogen wir vom Oder-Neiße-Radweg nach Reit- wein ab, um Mittag zu essen. Die Gaststätte mit dem merkwürdigen Namen “Reitweiner Heiratsmarkt” können wir bedenkenlos weiter empfehlen: gutes Essen und günstige Preise. (Da die Besiedlungsdichte immer noch niedrig ist, wäre die nächste Einkehr erst nach weiteren 15 km in Lebus möglich gewesen.) Von Lebus waren es nur noch wenige Kilometer bis Frankfurt (Oder). Die starken Zerstörungen im 2. Weltkrieg sieht man der Stadt heute noch an, historische Bausubstanz existiert kaum, lohnenswert ist eventuell die Marienkirche, ansonsten dominieren Plattenbauten. Unser Ziel für diesen Tag war der Campingplatz am 10 km entfernten Helenesee. Schon in Frankfurt konnten wir eine dunkle Wolkenwand am Horizont erblicken. Hätten wir gewusst, was uns erwartet, wäre die Übernachtung in einer Pension in Frankfurt die bessere Wahl gewesen. Kaum hatten wir gegen 19:30 Uhr unser Zelt am Helenesee aufgebaut und das Wetterleuchten am anderen Seeufer bestaunt, ging das Unwetter auch schon los. Über 2 Stunden lang Blitz und Donner mit Starkregen direkt über dem Zeltplatz. Gegen 01:00 Nachts kam die 2. Gewitterfront, an Schlaf war kaum zu denken. Über die Zustände auf diesem (sehr teuren) Campingplatz waren wir entsetzt. Der Strandbereich mit “Gastronomie” war an Tristesse kaum zu überbieten, die sanitären Anlagen in miserablem Zustand und die paar Stunden in der Nacht, in den uns das Unwetter in Ruhe ließ, hielten uns andere Camper mit lauter Musik etc. wach. Der gesamte Platz macht einen heruntergekommenen Eindruck. Unser Fazit: Solange der holländische Betreiber diesen Platz bewirtschaftet, nie wieder Camping am Helenesee!
Storchennest in Kienitz
sowjetischer T 34 in Kienitz
Radweg bei Lebus
Rast in Reitwein
Tag 7: Kienitz - Helenesee, 73 km