1657 km in 20 Tagen: Radtour im Sommer 2011 über Ilm, Saale, Elster- u. Muldenradweg zur Tour Brandenburg
Tour Brandenburg
Über Ilm, Saale, Elster- u. Muldenradweg zur Tour Brandenburg 2011, Teil 1  
Die Streckenführung der Tour:
Für unsere dritte 3-wöchige Radtour hatten wir uns dieses mal keine Flüssetouren ausgesucht, sondern die Tour Brandenburg - sie führt rund um Berlin durch das ganze Land Brandenburg, oft in der Nähe der Landesgrenze. Auf der Strecke liegen eine Vielzahl von Kirchen, Burgen und Schlössern. Neun Naturparke und Biosphärenreservate, sowie zahlreiche Flüsse wir die Elbe, Havel, Oder und die Spree oder Seen wie der Senftenberger, Schwieloch- und der Grimnitzsee. Mit 1.111 Kilometern ist die Tour Brandenburg der längste Radfernweg Deutschlands. Gestartet sind wir in Thüringen, über Leipzig u. Bitterfeld nach Kleinmarzehns gefahren und dort in die Tour Brandenburg eingestiegen. Im Uhrzeigersinn der Tour folgend bis Jüterbog und von dort über Wittenberg und Dessau bis nach Halle/ Saale. Den unten dargestellten Track könnt ihr unter http://www.gpsies.com/map.do?fileId=pzuzmsfwimiayrwf herunterladen.
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Wir sind von zu Hause gestartet, daher waren die ersten Kilometer natürlich vertrautes Terrain ;-) Die Strecke auf dem Ilmradweg bis Mellingen kenne ich schon im Schlaf. Leider liegen auf diesem Teilstück gleich zwei Abschnitte, die dem Label “4-Sterne Qualitätsradroute” des ADFC nicht gerecht werden: gleich hinter Bad Berka ist beim Verlassen der Landstraße ein Gefälle zu bewältigen, das hohe Sturzgefahr in sich birgt. In der Gegenrichtung ist die Steigung mit Gepäck unfahrbar. Nach dem Durchfahren des malerischen Dörfchens Buchfart (Abstecher zur überdachten Brücke!) führt der Ilmtalradweg für 2,5 km auf der ehemaligen B 87, mit Kindern macht das wenig Spaß. Das Stück “Thüringer Städtekette”  von Mellingen bis Jena sind wir auch schon oft gefahren, die kurvenreiche Landstraße bis Lehnstedt ist auch nicht ungefährlich. Ab Großschwabhausen geht es bis Jena nur noch bergab (bis zur B 7 auf nicht asphaltierten Wegen), die Ausschilderung zum Saaleradweg ist leider nicht lückenlos. Landschaftlich ist der Saaleradweg ab Jena nach Norden eine Wucht, auch wenn die Saale nicht immer in Sichtweite ist. Allerdings geht es auch ständig bergauf und bergab, die 580 Höhenmeter dieser Etappe fühlten sich wie das Doppelte an (allerdings mussten wir eine nicht ausgeschilderte(!) Umleitung ab Kunitz fahren - 50 Höhenmeter zusätzlich) Erstes “Highlight” dieser Tour: nach 4 - 5 Jahren waren die Arbeiten an zwei Saalebrücken endlich beendet. Das bedeutet, man kann in Saaleck auf der L 203 weiterfahren und muss nicht der offiziellen Route folgen, die steil und teileweise unfahrbar ist. In Bad Kösen fahren wir wieder eine alternative (sehr schöne)  Variante: hinter der Saalebrücke links in die Uferstraße abbiegen, dann hinter der Eisenbahnbrücke nach rechts und fast am Ende der Kleingartenanlage wieder links. Dieser Weg verläuft wie auch der Rest der Strecke bis zum Campingplatz Blütengrund endlich wieder nahe der Saale.  Der Saaleradweg führt um Naumburg in großem Bogen herum, ein Abstecher in die Domstadt lohnt aber. Der Campingplatz liegt wunderschön direkt an der Saale, nette Leute und auch sonst alles ok.
Saaleradweg bei Kunitz
Tag 1: Bad Berka - Naumburg, 73 km
Tag 2: Naumburg - Leipzig, 56 km
Tag 3, Leipzig - Goitzschesee, 56 km
Tag 4, Goitzschesee - Rädigke , 78 km
Tag 5, Rädigke -  Brandenburg, 103 km
Tag 6, Brandenburg - Semlin, 56 km
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Saaleradweg bei Dorndorf
Saaleradweg vor Saaleck
Burg Saaleck und Rudelsburg
Rudelsburg
Weinberge bei Bad Kösen
Von Naumburg ging es zuerst direkt an der Saale lang, zwischen Leißling und Weißenfels wurde der Saaleradweg gerade asphaltiert (endlich!) und wir hätten eigentlich eine Umleitung fahren müssen. Ein freundlicher einheimischer Radfahrer erklärte uns aber, das wir durch die Baustelle fahren könnten :-) Danach haben wir Weißenfels durchquert, die Stadt war wie immer fast menschenleer. In Weißenfels haben wir den Saaleradweg verlassen und sind über Dehlitz auf der Saale-Elster-Unstrut-Radacht bzw. Elster-Saale-Radroute in Richtung Leipzig geradelt. Von dieser Strecke waren wir angenehm überrascht: immer auf Rad- oder Wirtschaftswegen und meist abseits verkehrsreicher Straßen. Meist ging es durch Felder und Wiesen. Vor Lützen führte die Strecke zwar längere Zeit an der Straße, dafür aber auf einem top ausgebauten Radweg. Von Lützen bis zum Kulkwitzer See f ging es auf einem ehemaligen Bahndamm weiter - ein super Radweg! Zur Abkühlung konnten wir im See baden (glasklares Wasser, aber kalt)
Saaleradweg bei Naumburg
Weißenfels
Kulkwitzer See
Nach Gewitter und Starkregen in der letzten Nacht lies der Regen 4 Uhr morgens nach. Nach Frühstück und Zelt trocknen starten wir gegen 10:30 Uhr in Richtung Leipzig. Vom Kulkwitzer See in Zentrum von Leipzig fährt man zurerst am Rand von Leipzig Grünau (viele Plattenbauten) zum Volkspark Kleinzschocher. Ab hier lässt es sich sehr schön fahren, es geht überwiegend durch Parks und Grünanlagen – Leipzig hat wirklich sehr viel Grün!. Dem Flutbett der Weißen Elster folgt die Route zuerst entlang des Elster- u. Pleise- Auwaldes u. danach durch den Clara-Zetkin-Park, gleich darauf durchquert man den Johannapark und schon steht man vor dem beindruckenden Neuen Rathaus von Leipzig und ist mitten im Zentrum. Nach kurzer Besichtigung der Thomaskirche (Wirkungsstätte von J.-S. Bach) und der Innenstadt zwischen Markt und Augustusplatz und Mittag beim Italiener waren wir froh, den vielen Menschen zu entkommen und radelten durch den Leipziger Auwald - hier hat man am „Zoofenster“ einen schönen Blick auf die Savanne im Leipziger Zoo. Stadtauswärts führte uns unsere Route entlang der Luppe, die wir bei Leipzig-Wahren in Richtung Norden verließen. Hier wurde es etwas hügliger, vorbei am Schladitzer See fuhren wir über Delitzsch in Richtung Bitterfeld zum Großen Goitzschesee. Die herrliche Landschaft hinter Delitzsch ist ein renaturiertes Tagebaugebiet mit vielen See, ohne Straßenverkehr.  Der Campingplatz am Ufer des riesigen Goitzschesee liegt mitten in der Natur, ruhig und preiswert.
Elsterradweg kurz vorm Leipziger Zentrum
Thomaskirche
Zoofenster im Leipziger Auwald
Blick auf den Neuhauser See
am Großen Goitzschesee
Am Morgen ging‘s vom Campingplatz am Seeufer entlang an Bitterfeld vorbei auf dem teilweise sehr schlecht ausgeschilderten Muldenradweg nach Norden. Zuerst über kaum befahrene Landstraßen, kurz vor Retzau dann weiter auf einem Wirtschaftsweg. Hier riet uns ein freundlicher einheimischer Radfahrer, auf keinen Fall der offiziellen Route zu folgen, da diese extrem sandig sei, sondern besser die L135 zu benutzen. Er begleitete uns dann bis Sollnitz, wo wir die Chance nutzten, und im FKK-Kiessee badeten – mittlerweile war es mind. 30 °C.  Weiter nach Norden querten wir bei Mildensee zwei mal die A9, fuhren durch Wälder auf Vockerode zu, wo wir das erste Mal auf die Elbe stießen. 4 km  weiter erreichten wie den Wörlitzer Park – wer diesen besichtigen möchte, muss sein Rad schieben. Bei Coswig sind wir mit Elbfähre übergesetzt, eigentlich wollten wir hier Mittagessen. Der Ort bot einen eher traurigen Anblick und die Gaststätten hatten geschlossen, also Einkauf im Supermarkt und weiter ging‘s. Hinter Coswig folgten riesige Alleen, über viele kleine Dörfer radelten wir nordostwärts durch Wälder auf kleinen Landstraßen. Die Landschaft wurde deutlich hügliger – wir nährten uns dem Fläming, einem 100 km breiten Höhenzug südwestlich von Berlin. Der kleine Campingplatz in Rädigke liegt nur 1 km (!) von der A9 entfernt und das hört man – mehr als eine Nacht würden wir uns das nicht antun! Die einzige Gaststätte im Ort hatte geschlossen, als „durften“ wir zum Abendessen dann noch ins 6 km entfernte Niemegk fahren, die Einkehr im Alten Brauhaus hat uns aber entschädigt: gemütliche Atmosphäre und gutes Essen.
Großer Goitzschesee bei Bitterfeld
Kiessee bei Sollnitz
Allee bei Coswig
Nach Regen in der Nacht begrüßte uns aber der Morgen mit Sonne und 19°C. Auf einem gut ausgebauten Radweg radelten wir durch die typischen Brandenburger Kiefernwälder nach Bad Belzig. Vom Turm der dortigen Burg Eisenhardt hat man eine  prima Aussicht auf den Flämming. Neben dem Heimatmuseum beherbergt die Burg noch ein Hotel. Die Tour Brandenburg  führt durch Wälder weiter nach Norden, über Brück gelangten wir unserem nächsten Ziel: Kloster Lehnin, ehrlich gesagt hatten wir mehr erwartet, vielleicht war unsere Erwartungshaltung einfach zu hoch? Die Klosteranlage hatten wir größer und historischer vermutet, die Klosterkirche ist sehehswert, für manche eventuell auch das Zisterziensermuseum zur Geschichte des Kloster Vor uns lagen noch 30 km und dunkle Wolken zogen am Himmel auf. Bei Jeserig dann der erste starke Schauer, nach 30 min Unterstellen ging‘s weiter an der Havel entlang. Eigentlich ein traumhaftes Stück Radweg, nur setzte pötzlich sinnflutartiger Regen ein. Bis Brandenburg ließ der Regen nicht nach, an einer Tankstelle kümmerten wir uns um eine Unterkunft, an Zelten war nicht zu denken. Leider lag das Gasthaus 10 km außerhalb am Breitlingsee, die Besichtigung von Brandenburg fiel somit buchstäblich ins Wasser. Gegen 20:00 Uhr kamen wir mehr oder weniger nass und k.o. an.
R1 Radweg von Grubo nach Bad Belzig
Blicke auf Bad Belzig
Burg Eisenhardt
Radweg bei Trechwitz
Kloster Lenin
Nach Gewitter und Starkregen in der Nacht waren wir froh, die Nacht im Trocknen und in weichen Betten ganz erholsam verbracht zu haben. Dank Fön und Heizung waren alle Sachen trocken und 10:30 Uhr starteten wir in Richtung Norden. Bis Kirschmöser schlängelte sich der Radweg am doch sehr großen Breitlingsee/ Möserschesee entlang, auf der Brücke nach Plaue überquert man den Plauer See und folgt auf der Landstraße nach Norden der Havel, die hier eher seenartig wirkt, bis Pritzerbe. Nach dem wir dort mit der Autofähre die Havel überquert haben folgt bis Jerchel ein schöner Radweg, von dort geht‘s über Milow auf einer etwas stärker frequentierten Landstraße weiter bis Premnitz. Ab hier führt der Radweg für 8 km parallel zur B102 – auf grund des vielen Verkehrs kein Vergnügen! Nächster Stop: Rathenow. Wir haben uns die St.-Marien-Andreas-Kirche auf der Altstadtinsel angesehen, sie wurde nach schwerer Beschädigung im II. Weltkrieg wieder aufgebaut. Auch die Altstadt wurde stark zerstört, einige historische Gebäude sind aber erhalten geblieben. Die optische Industrie hat in Rathenow eine lange Tradition, so gibt es ein Optikindustriemuseum und einen Optikpark. Letzteren haben wir besucht – ein Mix aus Landschafts- und Erlebnispark, der dem Besucher das Thema Optik näher bringen möchte, uns hat es gefallen. Ziel an diesem Tag war Semlin am Hohennauener See. Übernachtet haben im Ferien- und Freizeithof Rausch: schönes Anwesen, hübsche Zimmer und nette Leute.
Havel bei Briest
Rathenow, St.-Marien-Andreas-Kirche
Optikpark in Rathenow
Havelnebenarm im Optikpark
Kletterturm im Optikpark
Blumenpracht im Optikpark